Brigitte Kania: Folien-Collagen

Fahrt ins Grüne

Transparenz – Konstruktion – Schichtung

Transparenz, Konstruktion und Schichtung sind die charakteristischen Merkmale meiner Arbeiten. Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich mit den Möglichkeiten der bedruckbaren transparenten DIN A4-Folie, die mir ein weites Feld zum experimentellen Arbeiten bietet. Gerade die Licht- und Blickdurchlässigkeit des Folienmaterials sind es, die mir für die Bildgestaltung neue Bereiche eröffnen.

Bei den früheren Arbeiten bilden noch überwiegend eigene Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte oder Fremdmaterial den Ausgangspunkt. Inzwischen steht zu Beginn jeden Arbeitsprozesses fast ausschließlich die eigene Fotografie und von Fall zu Fall deren digitale Bearbeitung. Das Ausgangsmaterial wird dabei teilweise bis zur Unkenntlichkeit umgestaltet und auf transparente DIN A4-Folien gedruckt. Durch die Transparenz der Folien und vor allem deren Schichtung entsteht die charakteristische Farbigkeit meiner Arbeiten. Einiges scheint hindurch, anderes wird überlagert und verdeckt, so dass Verfremdungen, Abstraktionen und Verrätselungen entstehen. In der Vielfachschichtung ergibt sich eine neue andersartige Bildlichkeit, die oft gar nichts mit der ursprünglichen Thematik der einzelnen Folien zu tun hat.

Ich arbeite in meinen Folien-Collagen auf weißem Papier als Trägermaterial. Ebenfalls charakteristisch für meine Arbeitsweise ist auch das sichtbare Aneinanderstoßen von Kanten und Überlagerungen als gewollte Brüche im Bildgefüge.

Den Bildaufbau konstruiere ich sowohl in strengen Variationen – Serien, Reihen, Raster, Rhythmen – unterstützt durch das DIN A4-Format der einzelnen Folien. Ebenso gibt es immer wieder auch Ausbrüche aus jeglicher Ordnung zu einer freien Gestaltung. Teilweise überzeichne ich Bilder, setze Schrift als Gestaltungsmittel ein oder lasse auch dem Zufall, dem „digitalen Fehler“, seinen Stellenwert.

Bei einigen Bildern beginnt der Prozess der Schichtungen jedoch schon in den Ausgangsfotografien: Spiegelungen oder sogar Mehrfachspiegelungen. Der Versuch einer Rekonstruktion des Innen, Außen, Hinten, Vorn läuft dabei ins Leere. Die Schichtungen und die damit einhergehenden Irritationen sind somit schon in der Basis-Fotografie angelegt. Die durch die glatten Oberflächen des Folienmaterials hervorgerufenen Spiegelungen bringen eine erweiterte Bildgestaltung ins Spiel: der Raum sowie der Betrachter werden je nach Position und Bewegung miteinbezogen.

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… mit Zwischenhalt in …

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